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Borchert-Abend mit Norbert Frensch und Lars Behrens vom 21.10.2022

„Trotzdem:  Uns geht die Sonne nicht unter!“

Wie vielseitig das Werk des Autors Wolfgang Borcherts trotz seines frühen Todes mit nur 26 Jahren ist, zeigten Norbert Frensch und Lars Behrens den zahlreichen Zuschauern am vergangenen Freitag in der Gemeindebücherei.
So begann der Abend mit Gedichten in einem fast heiteren Ton, der sich jedoch in den Ausschnitten aus Borcherts Briefen mehr und mehr verdüsterte.
1941, in dem Jahr, in dem Borchert mit 20 Jahren an die Ostfront musste, schrieb er: „Ich bin unfreiwillig unter die Räder eines mir aufgezwungenen Lebens gekommen“. Trotzdem schreibt er von der Hoffnung auf die Schönheit der Welt und hofft, dass irgendwann die Menschheit wieder für Kunst und Kultur reif sein wird.
In eindrücklichen Texten zeigten Norbert Frensch und Lars Behrens einen Autor, der trotz Krieg und Grauen und Krankheit versucht, ein inneres Licht zu bewahren und der dabei aber durchaus auch an seine Grenzen stößt.
Wie prägend die Erfahrung des Krieges und des Zurückkommens nach dem Krieg für Borchert war, wurde in dem Monolog des Kriegsheimkehrers Beckmann aus „Draußen vor der Tür“ deutlich.
Lars Behrens vermittelte unheimlich beeindruckend die Zerrissenheit und Heimatlosigkeit dieses Mannes, der in der Nachkriegsgesellschaft keinen Platz für sich findet. Sein Gewissen und schlimme Kriegserlebnisse quälen ihn, und er findet keine Antworten auf seine Fragen nach dem Sinn und der Zukunft seines Daseins.
Wolfgang Borcherts strikte Haltung gegen Krieg kommt in dem Manifest „Dann gibt es nur eins!“, das am Ende des Abends stand, zum Ausdruck. Im Neinsagen zu allen Handlungen, die wieder zu Krieg und Zerstörung führen könnten, sieht er die einzige Möglichkeit, die Menschheit zu retten.
So ist Wolfgang Borchert einerseits ein Chronist seiner Zeit, andererseits ist sein Werk topaktuell, wie dieser beeindruckende Abend zeigte.

Das (schmale) Gesamtwerk des Autors, sowie eine Biografie und ein biografischer Roman über Wolfgang Borchert sind in der Gemeindebücherei ausleihbar.

4. Karlsbader Kunst- und Kürbisnacht vom 15.10.2022

Großen Anklang fanden die gruseligen Bilderbücher, die Julia Ries am vergangenen Samstag bei der Kunst- und Kürbisnacht in der Gemeindebücherei vorlas. Gespensterparty, Schusselhexe und kleines Gespenst zogen viele Kinder an, die interessiert den spannenden Geschichten lauschten. Vorher konnten gruselige Pflanzenstecker gebastelt werden, was den Kindern auch viel Spaß machte. Während des Abends präsentierte Lena Walde ihre Bilderbücher und beantwortete die Fragen interessierter Leser. Auch die Saatguttauschbörse, die an dem Abend eröffnet wurde und die ab sofort genutzt werden kann, fand viel Zuspruch.

Gelungene Buchvorstellung mit Lena Walde vom 30.09.2022

Am Freitag, den 30.09.2022, hat die Karlsbader Autorin Lena Walde im Rahmen einer Vorlesestunde ihr neues Bilderbuch "Gibt es noch ein Plätzchen für das kleine Kätzchen?" in der Bücherei vorgestellt. Obwohl der Bauernhof von Oma Tina schon proppenvoll ist, findet das schlaue Kätzchen zum Schluss noch ein gemütliches Plätzchen für sich selbst. Lena Walde präsentierte ihr neues Buch für die Kinder sehr lebendig und unterhaltsam. Im Anschluss an die Lesung konnten alle Kinder noch eine Katzenmaske bemalen und ausschneiden und hatten so ein schönes Andenken an die Vorlesestunde.

Szenische Lesung mit Norbert Frensch am 15.07.2022

Bereits zum dritten Mal fand in der Gemeindebücherei eine Szenische Lesung mit Norbert Frensch statt.
„Stimmen“ war der Titel und unterschiedlichen Männern wurden in mehreren Monologen Stimmen gegeben.
Da war zunächst der Flaneur, der Sammler von Beobachtungen, Feststellungen, Einzelheiten und Bemerkungen. Er kommt aus einer armen Familie und fühlt sich den Abgestürzten nah. Der Verlassene, der von einer Frau Zurückgelassene, versucht, seine Situation zu begreifen. Er kämpft mit dem Verlust, der Einsamkeit und dem Alter. Der Gewalttätige rechtfertigt seine Taten mit sozialer Frustration. Er fühlt sich vom Leben betrogen und lässt seine Wut auf Banker und Reiche an Frauen aus und glaubt auch noch, dies geschehe aus Liebe. Der Unbehauste schließlich reist von Ort zu Ort und findet nirgendwo ein Zuhause oder Zugehörigkeit. Selbst der Friedhof in der Bretagne, den er sich als "letzte Heimat" ausgesucht hat, ist ausgebucht und so muss er schließlich seiner Bestattung auf einem Friedhof zwischen Autobahn und Tiermehlfabrik beiwohnen.
Als fünfte Person wurde ein Mann fast ganz ohne Stimme vorgestellt, ein kranker Geflüchteter, von dem niemand wusste, woher er kam, was für eine Sprache er verstand und wer er war. Im Hospiz singt ihm die Pflegerin ein russisches Schlaflied vor und er kann in Frieden sterben. Der letzte Mann muss Abschied nehmen von seiner sterbenden Frau, die für ihn der Fels, die Rettung war. Sie kann erst loslassen, wenn er nicht mehr im Raum ist. So wartet er zuhause auf die Todesnachricht aus dem Hospiz.
Zum Abschluss las Norbert Frensch einen Text von Gabriele von Arnim, der dazu aufruft, sich Sensucht zu bewahren, da sie lebendig hält und unbekannte Möglichkeiten eröffnet.

Norbert Frensch hatte sehr einrucksvolle Texte ausgewählt, die noch lange im Zuschauer nachhallten. Die verschiedenen Menschentypen kamen einem sehr nahe und man fühlte sich oft in deren Situation versetzt und  konnte ihre Schwierigkeiten oder Probleme nachvollziehen.
Untermalt wurden die einzelnen Monologe mit passenden Musikstücken.

Vorlesestunde vom 01.07.2022

Am Freitag, den 01. Juli, gab es in der Bücherei eine Vorlesestunde mit Kamishibai (japanisches Erzähltheater). Büchereimitarbeiterin Julia Ries las das Bilderbuch "Elefanten im Haus" von Astrid Henn und Stefanie Schneider vor. Die Kinder lauschten aufmerksam der Geschichte um die neuen Mitbewohner im Haus (Elefanten), die von den Erwachsenen sehr kritisch beäugt werden. Nur Fine begegnet den "Neuen" mit kindlicher Unbefangenheit und sortg dafür, dass sie schließlich im Haus akzeptiert werden.

Im Anschluss konnten die Kinder noch einen Elefanten basteln, bunt bemalen und mit nach Hause nehmen.

Unsere Lesestunde mit Lena Walde vom 13.05.2022

Viel Spaß mit Familie Fuchs
Am Freitag, den 13. Mai 2022, war die Karlsbader Autorin Lena Walde zu Gast in der Gemeindebücherei und hat ihr Bilderbuch "Familie Fuchs sucht ihre Sachen, denn sie will heute Picknick machen" vorgestellt.
Mit viel Vergnügen begleiteten die Kinder die Familie Fuchs beim Suchen der diversen Dinge, die noch zum Picknickmachen fehlten.
Dabei waren die Kinder sehr flott beim Finden der vermissten Sachen. Nachdem alles gefunden und im Picknickkorb verstaut war, war Familie Fuchs bereit zum Picknick auf dem Dach unter dem Sternenhimmel.
Die Kinder hatten viel Spaß mit dem toll gereimten und von Katja Jäger liebevoll illustrierten Buch, das Lena Walde mit viel Begeisterung zum Leben erweckte.
Zum Abschluss konnte jedes Kind noch ein Bild der Familie Fuchs ausmalen und mit nach Hause nehmen.
Vielen Dank an Lena Walde für die schöne Vorlesestunde!