Dienstag, 17. Mai 2022
   
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Ursula Poznanski liest aus »Shelter« und gibt Tipps, wie man Bestseller schreibt.

Von Birgit-Cathrin Duval.

Ursula Poznanski bei der Fragerunde in Kandern (Foto: Birgit-Cathrin Duval)

 Spannend schreiben und unterhaltsam vorlesen, das kann sie, die Bestsellerautorin Ursula Poznanski. Im südbadischen Kandern stellte sie ihren neuen Thriller »Shelter« vor. Doch interessanter als ihre Lesung aus ihrem neuen Roman »Shelter«, war das, was danach folgte.

Man hätte ihr länger zuhören können. Eloquent, spannend und facettenreich las Ursula Poznanski aus ihrem neuen Thriller »Shelter«. Aus einer Partylaune heraus kreiert eine Studenten-WG eine Verschwörungsgeschichte um Außerirdische, die die Erde übernehmen wollen und dabei ahnungslose Menschen als »Shelter« – Unterschlupf besetzen. Doch die Sache gerät außer Kontrolle, innerhalb kürzester Zeit entwickelt sie sich in den sozialen Medien zu Realität. Plötzlich werden Benny und seine Freunde tatsächlich verfolgt, und Benny erhält rätselhafte Nachrichten eines gewissen »Octavio«.

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Im Anschluss sind Fragen erwünscht, und diese sprudeln nur so aus der Menge heraus. Sie drehen sich zunächst um den Roman. »Ein Kind der Pandemie« sei die Geschichte, und Poznanski plaudert los, wie sie vor zwei Jahren mit Autorenkollegen beim Italiener zusammensaß und sich über die kuriosen Auswüchse der Pandemie unterhielt – von der Klopapierkrise bis hin zu mittelalterlichem Aberglauben. »Was wäre, wenn wir uns so etwas ausdenken? Was würde passieren? Poznanski, fasziniert von der Idee eines Experiments, spann die Geschichte weiter und »Shelter« war geboren, inklusive des geheimen Zeichens OC das sich als Abdruck zweier Gläser auf einer Serviette abbildete. Poznanski berichtete, in welche abstrusen Strömungen derartige Verschwörungsgespinste abdrehen können. »Twitter war eine Fundgrube«. Sie erzählt von einem Tweet, der in Wien dazu aufrief, bei der nächsten Anti-Impf-Demo Stiefel zu tragen, weil durch die Kanalgitter von unten geimpft werde oder von Hubschraubern, die Demonstranten aus der Luft besprühen. »Ich hab’s wirklich nicht übertrieben im Buch«, beteuert die Autorin.

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»Nimmt der Verlag dann alles, was kommt?«, will eine Zuhörerin wissen. »Es gibt Absprachen«, erklärt die Autorin. Und: Sie sei froh, dass sie keine Exposés, also Zusammenfassungen des Plots, mehr schreiben müsse, was sie immer als furchtbar empfand. 

Dunkel geworden: Ursula Poznanski bei der Fragerunde in Kandern (Foto: Birgit-Cathrin Duval)

Wie geht sie bei der Auswahl ihrer Figuren vor?, lautet eine andere Frage. »Die kommen nebulös mit der Idee und schälen sich beim Plot aus dem Nebel heraus.« Richtig zu leben begännen sie, wenn sie erste Sätze sprechen, für Poznanski ein spannender Prozess, wobei es ihr weniger darauf ankomme, wie die Figuren aussehen, sondern wie sie sich anfühlen. Lustig sei immer die Namensrecherche. So sucht sie in Düsseldorf nach Namen von Anwälten oder in Salzburg nach Zahnärzten. Die Vornamen findet sie beim Signieren ihrer Bücher, wenn ihr ein Name besonders augenfällig erscheint.

Wenn’s ums Schreiben geht, fällt irgendwann die Frage nach der Schreibblockade. Sowas sei ihr fremd, entgegnet sie. »Mal keine Lust oder Motivation zu haben, das verwechseln wohl viele mit einer Schreibblockade.« Vielmehr sei das oft ein technisches Problem, wenn man im Text »irgendwo Mist gebaut hat und sich in eine Sackgasse schreibt.«

Vom Schreiben führte die Diskussion zum Verlegen. Wie und wer entscheidet über das Cover, wird das Buch lektoriert und schlussendlich: Was verdient eine Bestsellerautorin wie Ursula Poznanski? Die Autorin nennt den Buchpreis ihres aktuellen Thrillers – 19,95 Euro – und lässt ihre Zuhörer schätzen, bevor sie es verrät: Zwischen 8 bis 12 Prozent vom Nettoladenpreis.

Und abschließend verrät sie ihre Tipps für angehende Autoren und Autorinnen: »Viel lesen!« Dazu verschiedene Stile ausprobieren. Und ganz wichtig: »Geduld und Spaß an der Sache, sonst hält man keine 400 Seiten durch. «Eine »Liebe zur Sprache und eine hohe Frustrationstoleranz« sollte man mitbringen, denn man wird von vielen Verlagen eine Absage bekommen.

Und zum Schluss spricht sie ein mahnendes Wort: Auf keinen Fall bei einem Bezahlverlag ein Buch publizieren. Das sei »echte Bauernfängerei«. Geld fließe von oben nach unten, vom Verlag zum Autor, alles andere sei unseriös.

Birgit-Cathrin Duva

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